Langer Pfeffer

Latein: Piper longum

Weitere Namen: Balinesischer Pfeffer, Stangenpfeffer, Jaborandi-Pfeffer

Bekannt in Indien als: Pippali (Sanskrit)

Herkunft:

Der lange Pfeffer entstammt der echten Pfefferpflanze Piper aus der Familie der Piperaceae, ist aber eine eigenständige Pfefferpflanze mit der Bezeichnung Piper longum. In ihrer wilden Form ist sie von Bengalen bis Südindien heimisch, wo sie auch unter dem Sanskritnamen Pippali bekannt ist. Unser Langer Pfeffer, so wie es ihn hier zu kaufen gibt, stammt aus Indonesien, aus der Gegend um Lampong, wohin die holländischen Kolonialherrscher sie einst einmal brachten um von diesem Gewürz profitieren zu können.

Geschichte:

Man kann die weit zurückreichende Geschichte des langen Pfeffers in Europa gut rekapitulieren, indem man den etymologischen Ursprung unseres deutschen Wortes „Pfeffer“ untersucht. Unser Wort Pfeffer stammt vom lateinischen „Piper“, was vom griechischen Wort „Piperi“ abstammt. Dieses bezieht sich wiederum auf das zentralindische Wort „Pippari“, was vom Sanskrit Wort „Pippali“ kommt und, soweit sich dies zurückverfolgen lässt, die ursprüngliche Bezeichnung für den Langen Pfeffer darstellt.

Wie man sieht, kann man daran schön die Verbreitungsrouten des Langen Pfeffers nachvollziehen. Dieser breitete sich aus dem Teil Indiens, in dem Sanskrit gesprochen wird, nach Zentralindien aus, um über Asien nach Griechenland exportiert zu werden. Mit der Eroberung Griechenlands lernten ihn dann auch die Römer kennen und schätzen. Diese wiederum sorgten für seine Verbreitung im gesamten Imperium, also auch im nördlichen Europa. So gelangte er zu uns.

Im europäischen Raum wird der Lange Pfeffer erstmals schriftlich um 500 v. Chr. von Hippokrates erwähnt, der ihn als Heilmedizin vorstellt. Die Griechen und Römer nutzten nach unserem heutigem Wissensstand nur den Langen und nicht den uns heute bekannten schwarzen Pfeffer. Die antiseptische Wirkung des Pfeffers wurde womöglich zur Konservierung genutzt und um den Geruch von verderbter Ware zu überdecken. Auch eine andere schriftliche Erwähnung legt jedoch nahe, dass der Lange Pfeffer wohl hauptsächlich als Heilmittel genutzt wurde. Der griechische Arzt und Anatom Galenos von Pergamon (ca. 130 – 200 n. Chr.) schreibt: „ Wenn die Oberbauchgegend bei Kranken anschwillt und mit Luft gefüllt ist, ist es gut, ihnen mit der Nahrung langen Pfeffer zu geben. Denn dieser löst die dicken blähenden Gase und hilft der Verdauung."

Im 4. Jahrhundert n. Chr. drohten die Hunnen unter Attila über ganz Europa zu stürmen. Nach seinem Siegeszug quer durch Germanien, bedrohte er das römische Reich in Gallien. Um den Hunnenkönig zu besänftigen, boten ihm die Römer einen beachtlichen Schatz an, der zum Hauptteil aus langem Pfeffer – zu dieser Zeit ein bedeutsames Handelsgut - bestand. Bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern im heutigen Nordostfrankreich unterlag Attila jedoch den römischen Heeren unter Aëtius und zog sich ohne Pfeffer zurück, um zwei Jahre später in seiner Hochzeitsnacht zu sterben …. Hätte er mal den Pfeffer genommen ....

Der Lange Pfeffer wurde in der Antike nur über Land gehandelt, war sehr teuer und ein dementsprechend wichtiges Handelsgut. Nachdem der Portugiese Vasco da Gama dann 1498 den Seeweg nach Indien entdeckt hatte, womit er das portugiesische Gewürzmonopol ermöglichte, verschwand der Lange Pfeffer langsam von der Bildfläche. Dies könnte daran liegen, dass der Portugiese an der Malabarküste landete, wo nur der uns heute geläufige schwarze Pfeffer heimisch ist. Von diesem Zeitpunkt an übernimmt der Schwarze Pfeffer die Rolle als wichtigstes Handelsgut und die Portugiesen hatten für rund 100 Jahre das Monopol darauf.

Botanik, Anbau und Ernte:

Wie auch beim Piper nigrum handelt es sich beim P. longum um eine Kletterpflanze, die lehmige Böden, ausreichend Schatten, und hohe Luftfeuchtigkeit bevorzugt. P. longum hat herzförmige, glattrandige Blätter und bildet seine Blüten und Früchte an Blütenständen aus. Da die Blütenstände aufrecht wachsen, bilden sich winzige, dicht gedrängte Beerenfrüchte (jeweils ca. so groß wie ein Mohnsamen) heraus, die von schildartigen Schuppen geschützt werden und während der Reife derart verwachsen, dass sie am Ende wie stangenartige Zapfen aussehen.Sie erinnern optisch an die Kätzchen der Hasel oder Hänge-Birke. Die männlichen Ähren werden 5 – 9 cm, die weiblichen nur 2,5 – 5 cm lang. Die früheste Ernte erfolgt ca. zwei Monate nach Herausbildung der Fruchtstände. Zu diesem Zeitpunkt sind die Früchte noch dunkelgrün, wie aber beim P. nigrum, wechselt die Farbe ab diesem Zeitpunkt von grün zu gelb, orange und weiter zu rot. Die Trocknung erfolgt nach nur einigen Tagen.

Latein: Piper retrofractum

Weitere Namen: Schokoladen Pfeffer, Bengalischer Stangenpfeffer, Java Stangenpfeffer

Herkunft:

Die meisten Anbaugebiete liegen in Indien, meist im Norden in den Regionen Assam, West Bengal oder Uttar Pradesh. Der kleine Lange Pfeffer wird von daher oft Bengalischer Pfeffer genannt, weshalb er leider manchmal mit dem Balinesischen Pfeffer (bzw. Langen Pfeffer; siehe unseren Eintrag dazu) verwechselt wird. Dieser Pfeffer ist die weibliche Variante des Langen Pfeffers und ganz groß im Geschmack.

Botanik:

Der Kleine Lange Pfeffer (Piper retrofractum) ist ein Stangenpfeffer, dessen botanische Heimat sich in Indonesien befindet. Er ist auch als Java Langpfeffer bekannt und kommt aus der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae). Er ist daher eng mit dem Piper nigrum und noch enger mit Piper longum verwandt.

Wie auch seine engen Verwandten ist der Kleine Lange Pfeffer eine Kletterpflanze, die Höhen von bis zu 12 m erreichen kann. Der Anbau und Reifeprozess sind ebenfalls dem seiner Verwandten ähnlich, und aus den Blütenständen bilden sich jene dicht gedrängte Beerenfrüchte heraus, aus denen sich später die stangenartigen Zapfen bilden, wenn auch in kürzerer Form als beim P. longum.