Muskatnuss

Latein: Myristica fragrans

Weitere Namen: Macis, Muskatnuß

Bekannt in Indien als: Japhal, Javitri



Herkunft:  

Die Muskatnuß und Muskatblüte sind zwei Gewürze des Muskatbaumes (Myrstica fragrans), des bekanntesten Vertreters der Muskatgewächse (Myristicaceae). Der Muskatbaum kommt ursprünglich von der Insel Banda, die ein Teil der Molukken Gruppe bildet und heute Teil von Indonesien ist. Heute werden Muskatnussbäume auch in anderen Gebieten im tropischen Asien, Südamerika, und in Afrika kultiviert.



Geschichte:

Muskat als Gewürz ist in Südostasien schon lange in bekannt. Chinesische Schriftquellen berichten bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. über Muskat. Und im Orient diente Muskat immer wieder als Rauschmittel (in großen Mengen wirkt es ähnlich wie Haschisch .... wurde uns berichtet!). Von den Inseln erwarben Händler das Gewürz, und schafften es über See und Landwege den ganzen Weg bis nach Europa, wo das Gewürz im frühen Mittelalter (500 n. Chr.) im Mittelmeerraum bekannt wurde. Im Verlauf der Kreuzzüge wurde das Gewürz auch im Norden von Europa bekannter, so dass es bereits im 12. Jahrhundert n. Chr. allgemein bekannt war. Transport und Handel von Muskat von den Molukken bis nach Europa war sehr sehr teuer. Zwei Pfund Muskatblüte kostete im Mittelalter genau so viel wie eine Kuh oder sechs Schafe. Das klingt zunächst nicht viel, aber zu dieser Zeit hätte wohl ein gewöhnlicher Bauer seinen gesamten Viehbestand dafür hergeben müssen.

Trotz des hohen Preises war die Nachfrage im Abendland bis zum 16. Jahrhundert n. Chr. recht groß. Doch noch war der Weg nach Indien, oder gar Indonesien, unbekannt, und verständlicherweise blieben die geographischen Beschreibungen der orientalischen Händler zu den Molukken eher vage. Die Suche nach einem Seeweg nach Indien und den noch weiter östlich gelegenen Gewürzinseln war mit einer der entscheidende Antrieb der europäischen Seefahrervölker, insbesondere Portugal und Spanien, Entdeckungsreisen durch zu führen. Diese führten zur Umschiffung vom Kap der Guten Hoffnung nach Indien (1488), zur Entdeckung Amerikas (1492), und zur Bestätigung der Theorie, dass unsere Erde nicht flach sondern rund ist (1498). Die Entdeckung und Annektierung der Molukken zu Portugal erfolgte 1511/2. Schon bald wurde Lissabon zum zentralen Handelsplatz für Muskatnuß und Macis, und Portugal reich. Doch hatte sich das kleine Land mit dem Aufbau seinen Weltumspannenden Besitzungen übernommen, und es dauerte nicht lange bis konkurrierende Seefahrervölker den Portugiesen ihr florierendes Gewürzgeschäft streitig zu machen.

Insbesondere die Holländer betrieben mit ihrer um 1600 neugegründeten Vereenigde Oost-Indische Compagnie (Holländische Ostindien-Kompagnie) eine sehr aggressive Expansionspolitik in Südostasien, mit Erfolg. Die Kompagnie übernahm um 1600 die Molukken Inseln sowie umliegende Gebiete mit strategischer Bedeutung, gründeten befestigte Städte und Handelsposten wie Batavia, das heutige Jakarta, der Muskathandel florierte. Um ihr Muskatnuss Monopol aufrechtzuerhalten waren die Holländer bereit mit den Briten im April 1667 die kleine Insel Run im Ostindischen Archipel gegen die viel größere Insel Manhatten an der amerikanischen Ostküste einzutauschen, die bis dahin in holländischer Hand war und weniger als 1000 Einwohner zählte.

Um ihr Monopol aufrecht zu erhalten war es unter Todesstrafe verboten Muskatbäume heimlich zu kultivieren. So konnte lange Zeit erfolgreich verhindert werden, dass außer auf den Molukken Inseln Ambon und Banda Muskatbäume gezogen werden konnten. Erst 1772 gelang es dem französischen Stadthalter von Mauritius, Pierre Poivre, einen Muskatbaum auf der Insel Réunion anzupflanzen. Später konnte der Muskatbaum auch erfolgreich auf der Insel Cayenne vor französisch Guyana angesiedelt werden, was letztendlich das Ende des Muskatmonopols für die Holländer bedeutete, dessen Ostindien-Handelskompagnie nach 200 erfolgreichen Jahre um 1800 Bankrott ging. 



Botanik, Anbau und Ernte:

Der Muskatnußbaum, Myristica fragrans auf Latein, erreicht Wuchshöhen von etwa 10 - 15 m. Die Blätter sind dunkel gefärbt und ganzrandig, die Blüten gelb. Die Pflanzen gedeihen in tropischen Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen zwischen 20 und 30 °C. Muskat von bester Qualität kommt von den Molukken, wo sie heute in großen Plantagen angebaut werden. Die fruchttragenden weiblichen Bäume wachsen im Schatten und Windschutz der höheren Canarienbäume auf, da sie in jungen Jahren nicht ganz der tropischen Sonne ausgesetzt sein dürfen. 

Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich nach etwa 7 – 9 Monaten Beerenfrüchte, die nach Farbe, Gestalt und Größe einem Pfirsich ähneln. Zur Reifezeit springt die Frucht auf wobei ein harter Steinkern zum Vorschein kommt. Der Steinkern ist von einem Samenmantel (Arillus) umgeben, auch als Macis bekannt. Sie ist rötlich gefärbt, in der Struktur fleischig und knorpelig und begehrtes Handelsprodukt und Gewürz. Aus Macis gewinnt man ein ätherisches Öl, das Oleum Macidis, dass 22 bis 35% fettes Öl und Harze u.a. beinhaltet. Der Steinkern hat eine harte Schale. Knackt man diese, so findet man im inneren einen grauweiß marmorierten Kern, die eigentliche Muskatnuß. Sie enthält ähnliche ätherische Öle wie die Muskatblüte, doch nicht in so hoher Konzentration, ihr Gehalt an ätherischem Öl liegt zwischen 10 und 13 %. Verantwortlich für die Sinnesberauschenden Effekt der Muskatnuß sind die Stoffe Myristicin und Elemicin. Schon kleine Mengen (5 – 8 Gr) reichen aus um Übelkeit und Orientierungslosigkeit auslösen zu können, daher bitte sparsam verwenden!

Die besten Früchte gibt es im März, die meisten im Juli, die minderwertigen im November. Man schüttelt die Früchte von den Bäumen oder schlägt sie mit Bambusstangen herunter. Die Bäume tragen vom achten Jahr an Früchte, die höchsten Erträge liefern Muskatbäume ab einem Alter von 15 Jahren für rund 40 Jahre. Von einem guten Baum lassen sich jährlich ungefähr 2000 Nüsse ernten.Latein: Myristica fragrans Weitere Namen: Macis, Muskatnuß Bekannt in Indien als: Japhal, Javitri Herkunft: Die Muskatnuß und Muskatblüte sind zwei Gewürze des Muskatbaumes (Myrstica fragrans), des bekanntesten Vertreters der Muskatgewächse (Myristicaceae). Der Muskatbaum kommt ursprünglich von der Insel Banda, die ein Teil der Molukken Gruppe bildet und heute Teil von Indonesien ist. Heute werden Muskatnussbäume auch in anderen Gebieten im tropischen Asien, Südamerika, und in Afrika kultiviert. Geschichte: Muskat als Gewürz ist in Südostasien schon lange in bekannt. Chinesische Schriftquellen berichten bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. über Muskat. Und im Orient diente Muskat immer wieder als Rauschmittel (in großen Mengen wirkt es ähnlich wie Haschisch .... wurde uns berichtet!). Von den Inseln erwarben Händler das Gewürz, und schafften es über See und Landwege den ganzen Weg bis nach Europa, wo das Gewürz im frühen Mittelalter (500 n. Chr.) im Mittelmeerraum bekannt wurde. Im Verlauf der Kreuzzüge wurde das Gewürz auch im Norden von Europa bekannter, so dass es bereits im 12. Jahrhundert n. Chr. allgemein bekannt war. Transport und Handel von Muskat von den Molukken bis nach Europa war sehr sehr teuer. Zwei Pfund Muskatblüte kostete im Mittelalter genau so viel wie eine Kuh oder sechs Schafe. Das klingt zunächst nicht viel, aber zu dieser Zeit hätte wohl ein gewöhnlicher Bauer seinen gesamten Viehbestand dafür hergeben müssen. Trotz des hohen Preises war die Nachfrage im Abendland bis zum 16. Jahrhundert n. Chr. recht groß. Doch noch war der Weg nach Indien, oder gar Indonesien, unbekannt, und verständlicherweise blieben die geographischen Beschreibungen der orientalischen Händler zu den Molukken eher vage. Die Suche nach einem Seeweg nach Indien und den noch weiter östlich gelegenen Gewürzinseln war mit einer der entscheidende Antrieb der europäischen Seefahrervölker, insbesondere Portugal und Spanien, Entdeckungsreisen durch zu führen. Diese führten zur Umschiffung vom Kap der Guten Hoffnung nach Indien (1488), zur Entdeckung Amerikas (1492), und zur Bestätigung der Theorie, dass unsere Erde nicht flach sondern rund ist (1498). Die Entdeckung und Annektierung der Molukken zu Portugal erfolgte 1511/2. Schon bald wurde Lissabon zum zentralen Handelsplatz für Muskatnuß und Macis, und Portugal reich. Doch hatte sich das kleine Land mit dem Aufbau seinen Weltumspannenden Besitzungen übernommen, und es dauerte nicht lange bis konkurrierende Seefahrervölker den Portugiesen ihr florierendes Gewürzgeschäft streitig zu machen. Insbesondere die Holländer betrieben mit ihrer um 1600 neugegründeten Vereenigde Oost-Indische Compagnie (Holländische Ostindien-Kompagnie) eine sehr aggressive Expansionspolitik in Südostasien, mit Erfolg. Die Kompagnie übernahm um 1600 die Molukken Inseln sowie umliegende Gebiete mit strategischer Bedeutung, gründeten befestigte Städte und Handelsposten wie Batavia, das heutige Jakarta, der Muskathandel florierte. Um ihr Muskatnuss Monopol aufrechtzuerhalten waren die Holländer bereit mit den Briten im April 1667 die kleine Insel Run im Ostindischen Archipel gegen die viel größere Insel Manhatten an der amerikanischen Ostküste einzutauschen, die bis dahin in holländischer Hand war und weniger als 1000 Einwohner zählte. Um ihr Monopol aufrecht zu erhalten war es unter Todesstrafe verboten Muskatbäume heimlich zu kultivieren. So konnte lange Zeit erfolgreich verhindert werden, dass außer auf den Molukken Inseln Ambon und Banda Muskatbäume gezogen werden konnten. Erst 1772 gelang es dem französischen Stadthalter von Mauritius, Pierre Poivre, einen Muskatbaum auf der Insel Réunion anzupflanzen. Später konnte der Muskatbaum auch erfolgreich auf der Insel Cayenne vor französisch Guyana angesiedelt werden, was letztendlich das Ende des Muskatmonopols für die Holländer bedeutete, dessen Ostindien-Handelskompagnie nach 200 erfolgreichen Jahre um 1800 Bankrott ging. Botanik, Anbau und Ernte: Der Muskatnußbaum, Myristica fragrans auf Latein, erreicht Wuchshöhen von etwa 10 - 15 m. Die Blätter sind dunkel gefärbt und ganzrandig, die Blüten gelb. Die Pflanzen gedeihen in tropischen Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen zwischen 20 und 30 °C. Muskat von bester Qualität kommt von den Molukken, wo sie heute in großen Plantagen angebaut werden. Die fruchttragenden weiblichen Bäume wachsen im Schatten und Windschutz der höheren Canarienbäume auf, da sie in jungen Jahren nicht ganz der tropischen Sonne ausgesetzt sein dürfen. Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich nach etwa 7 – 9 Monaten Beerenfrüchte, die nach Farbe, Gestalt und Größe einem Pfirsich ähneln. Zur Reifezeit springt die Frucht auf wobei ein harter Steinkern zum Vorschein kommt. Der Steinkern ist von einem Samenmantel (Arillus) umgeben, auch als Macis bekannt. Sie ist rötlich gefärbt, in der Struktur fleischig und knorpelig und begehrtes Handelsprodukt und Gewürz. Aus Macis gewinnt man ein ätherisches Öl, das Oleum Macidis, dass 22 bis 35% fettes Öl und Harze u.a. beinhaltet. Der Steinkern hat eine harte Schale. Knackt man diese, so findet man im inneren einen grauweiß marmorierten Kern, die eigentliche Muskatnuß. Sie enthält ähnliche ätherische Öle wie die Muskatblüte, doch nicht in so hoher Konzentration, ihr Gehalt an ätherischem Öl liegt zwischen 10 und 13 %. Verantwortlich für die Sinnesberauschenden Effekt der Muskatnuß sind die Stoffe Myristicin und Elemicin. Schon kleine Mengen (5 – 8 Gr) reichen aus um Übelkeit und Orientierungslosigkeit auslösen zu können, daher bitte sparsam verwenden! Die besten Früchte gibt es im März, die meisten im Juli, die minderwertigen im November. Man schüttelt die Früchte von den Bäumen oder schlägt sie mit Bambusstangen herunter. Die Bäume tragen vom achten Jahr an Früchte, die höchsten Erträge liefern Muskatbäume ab einem Alter von 15 Jahren für rund 40 Jahre. Von einem guten Baum lassen sich jährlich ungefähr 2000 Nüsse ernten.